Annika Dede Fitness, Tanzen, Ernährungsberatung, Social Media
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Krafttraining für Tänzer/innen – ja oder nein?

Kaum ein Thema wird in der Tanzwelt so kontrovers diskutiert wie Krafttraining.
Die einen schwören darauf und sagen: „Ohne Krafttraining hätte ich meine Sprungkraft, Stabilität und Ausdauer nie verbessert.“
Die anderen haben Angst: „Ich will nicht steif werden oder meine tänzerische Leichtigkeit verlieren.“

Doch wo liegt die Wahrheit?
Ist Krafttraining für Tänzer:innen wirklich notwendig – oder sogar schädlich?
In diesem Beitrag schauen wir uns das Thema ehrlich, differenziert und praxisnah an.


Warum Kraft im Tanz überhaupt eine Rolle spielt

Tanzen wird oft als rein künstlerische, leichte und fließende Bewegung wahrgenommen. Doch hinter jeder eleganten Linie, jedem hohen Sprung und jeder kontrollierten Drehung steckt vor allem eins: Kraft.

Und zwar nicht im Sinne von „möglichst große Muskeln“, sondern:

  • funktionelle Kraft
  • Stabilität
  • Körperkontrolle
  • Ausdauer

Tänzer:innen brauchen Kraft, um:

  • den eigenen Körper sicher zu tragen
  • Bewegungen präzise zu stoppen oder zu kontrollieren
  • Gelenke zu stabilisieren
  • Verletzungen vorzubeugen
  • über längere Zeit sauber und kraftvoll zu tanzen

Kurz gesagt: Ohne Kraft keine Kontrolle – ohne Kontrolle kein sauberer Tanz.


Das große Missverständnis: Macht Krafttraining Tänzer:innen steif?

Eine der häufigsten Sorgen ist, dass Krafttraining die Beweglichkeit einschränkt oder Tänzer:innen „klobig“ aussehen lässt.

👉 Die gute Nachricht:
Richtig ausgeführtes Krafttraining macht nicht steif, sondern kann Beweglichkeit sogar verbessern.

Der entscheidende Punkt ist wie trainiert wird.

Probleme entstehen meist durch:

  • einseitiges Training
  • zu hohe Gewichte ohne Bewegungsumfang
  • fehlendes Dehnen oder Mobilisieren
  • Trainingspläne, die nicht auf Tanz abgestimmt sind

Krafttraining, das durch volle Bewegungsradienkontrolliert und tänzerspezifisch ausgeführt wird, unterstützt die Beweglichkeit statt sie einzuschränken.


Die Vorteile von Krafttraining für Tänzer:innen

🦵 1. Mehr Stabilität & Balance

Viele Tanzbewegungen finden auf einem Bein statt.
Gezieltes Krafttraining stärkt:

  • Fußgelenke
  • Knie
  • Hüfte
  • Rumpf (Core)

Das Ergebnis: sicherere Landungen, bessere Balance und weniger Wackeln.


🛡️ 2. Verletzungsprävention

Überlastungen, Knieschmerzen, Rückenschmerzen oder Sprunggelenksverletzungen sind im Tanz keine Seltenheit.

Krafttraining:

  • stärkt Muskeln rund um die Gelenke
  • gleicht muskuläre Dysbalancen aus
  • entlastet Sehnen und Bänder

Viele Verletzungen entstehen nicht durch „zu viel Tanz“, sondern durch zu wenig stabilisierende Kraft.


🚀 3. Höhere Sprünge & bessere Dynamik

Sprungkraft kommt nicht nur aus Technik, sondern auch aus:

  • Beinmuskulatur
  • Gesäßmuskeln
  • Core-Stabilität

Explosives, gut abgestimmtes Krafttraining kann:

  • Sprünge höher
  • Landungen weicher
  • Bewegungen kraftvoller machen

🧠 4. Mehr Körperbewusstsein

Krafttraining lehrt:

  • bewusste Muskelaktivierung
  • saubere Ausführung
  • Kontrolle statt Schwung

Dieses Körpergefühl überträgt sich direkt in den Tanz – besonders bei langsamen, kontrollierten Passagen.


⏳ 5. Längere Leistungsfähigkeit

Wer Kraft aufbaut, ermüdet langsamer.
Das bedeutet:

  • sauberere Technik bis zum Ende der Probe
  • weniger „Zusammenfallen“ in Shows
  • bessere Ausdauer bei intensiven Choreografien

Gibt es auch Nachteile?

Ja – wenn Krafttraining falsch angewendet wird.

Mögliche Risiken:

  • Übertraining
  • zu wenig Regeneration
  • falsche Technik
  • Trainingspläne ohne Bezug zum Tanz

Besonders problematisch ist es, wenn:

  • Krafttraining das Tanztraining ersetzt
  • nur isoliert und ohne Beweglichkeit trainiert wird
  • Schmerzen ignoriert werden

👉 Krafttraining ist eine Ergänzung, kein Ersatz.


Wie sollte Krafttraining für Tänzer:innen aussehen?

✅ Funktionell statt isoliert

Bevorzuge Übungen, die:

  • mehrere Muskelgruppen gleichzeitig ansprechen
  • Bewegungen des Tanzes nachahmen
  • Stabilität & Mobilität kombinieren

Beispiele:

  • Squats & Lunges
  • Planks & Rotationen
  • Einbeinige Übungen
  • Core-Training

✅ Qualität vor Gewicht

Für Tänzer:innen gilt:

  • saubere Technik
  • kontrollierte Bewegungen
  • moderate Gewichte

Nicht das maximale Gewicht ist entscheidend, sondern Kontrolle & Präzision.


✅ Kombination mit Mobility & Dehnung

Jede Krafteinheit sollte ergänzt werden durch:

  • Mobilisation der Gelenke
  • Dehnung der beanspruchten Muskeln
  • bewusste Entspannung

So bleibt der Körper stark UND beweglich.


✅ Individuell angepasst

Ein:e Balletttänzer:in braucht anderes Krafttraining als ein:e Hip-Hop- oder Contemporary-Tänzer:in.
Auch Trainingslevel, Alter und Belastung spielen eine Rolle.

Im Zweifel: lieber weniger, dafür gezielt.


Für wen ist Krafttraining besonders sinnvoll?

✔️ Tänzer:innen mit häufigen Verletzungen
✔️ Tänzer:innen, die viel springen oder drehen
✔️ Tänzer:innen mit Instabilität oder Schmerzen
✔️ Hobbytänzer:innen, die ihren Körper langfristig gesund halten wollen
✔️ Profis, die ihre Leistung steigern möchten

Kurz gesagt: Für fast alle – wenn es richtig gemacht wird.


Fazit: Krafttraining – ja oder nein?

Ja. Aber bewusst.

Krafttraining ist kein Feind der tänzerischen Leichtigkeit – im Gegenteil:
Es kann sie erst möglich machen.

Wer Krafttraining:

  • tänzerspezifisch
  • ausgewogen
  • ergänzend
  • achtsam

einsetzt, profitiert von:

  • mehr Kontrolle
  • weniger Verletzungen
  • besserer Technik
  • größerem Körperbewusstsein

👉 Tanzen braucht nicht nur Ausdruck, sondern auch ein starkes Fundament.
Und dieses Fundament heißt: Kraft.

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